Marketer Talk mit Kristina Flegel
Das sind die Themen:
Ohne Datenhistorie kein belastbares Modell Ein Media Mix Model braucht mindestens drei Jahre saubere Datenhistorie und ein anständiges Besucherniveau auf der Website, sonst fehlen die Datenpunkte für echte Korrelationen. Wer heute startet, sollte deshalb zuerst Trackingdaten, Absatzzahlen und First-Party-Daten konsolidieren, statt gleich mit der Modellierung zu beginnen. Datenqualität schlägt Datenmenge, und beides muss regelmäßig geprüft werden.
Schnittstellen sind der eigentliche Flaschenhals Nicht das Modell selbst, sondern die Anbindung der Datenquellen kostet die meiste Zeit, besonders bei externen Zulieferern aus Media und Marktforschung. Deren Daten liegen oft nur alle zwei bis vier Wochen vor und werden teils noch manuell per SFTP übertragen. Wer mit MMM startet, sollte dafür feste Kapazität einplanen, statt das Thema nebenbei mitlaufen zu lassen.
KI schlägt vor, Menschen müssen einordnen Das Modell liefert Empfehlungen auf Basis historischer Muster, erkennt aber keine Grenzen wie begrenztes Suchvolumen im Search-Kanal. Bei Congstar wird deshalb jede automatische Budgetempfehlung noch einmal mit menschlicher Einschätzung abgeglichen, bevor sie umgesetzt wird. Reine Automatisierung ohne Kontrolle führt hier schnell zu Fehlallokationen.
Mut zum Test zahlt sich messbar aus Als Congstar der KI ein Zusatzbudget ganz ohne Vorgabe überließ, verteilte sie es überraschend stark auf Social im oberen Funnel und begründete das mit einem erwarteten Zuwachs bei Search. Der anschließende Praxistest bestätigte genau diesen Effekt in Echtzeit. Wer solche Hypothesen testet, gewinnt Beweise, die interne Diskussionen über Budgetverteilung beenden können.
Brandwirkung wird endlich messbar Über ein eigenes Long-Term-Modell lassen sich auch klassische Kanäle wie TV, Radio und Print mit einem Wertbeitrag versehen, den man sonst kaum belegen kann. Das hilft besonders bei Diskussionen über ATL-Budgets, wenn die Frage im Raum steht, wie viel TV eigentlich noch nötig ist. So wird Markenwahrnehmung vom Bauchgefühl zur belastbaren Kennzahl.
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