Marketer Talk mit Kerstin Köder
Das sind die Themen:
Der Flywheel-Effekt: Warum Datenqualität KI-Erfolg bestimmt Applikationen generieren Daten – und nur gute Daten mit Kontextbezug ermöglichen wirksame KI. Der entscheidende Vorteil liegt nicht in isolierten KI-Modellen, sondern darin, ob ein Unternehmen End-to-End-Daten aus ERP, HR, CAM und Procurement zugänglich macht. Wer alle Business-Software aus einer Hand betreibt oder zumindest intelligent integriert, schafft die Grundlage für KI-Anwendungen, die nicht halluzinieren, sondern tatsächlich liefern.
Best-of-Breed ist Illusion – Integration ist Strategie CIOs setzen immer noch auf Best-of-Breed-Lösungen in der Hoffnung, flexibler zu sein. Die Realität: Der vermeintliche Vorteil, verschiedene Best-in-Class-Tools zu nutzen, wird durch Integrationschaos aufgehoben. Eine durchdachte Plattformstrategie mit zentralisiertem Datenlayer schafft mehr Wettbewerbsvorteil als technische Polyglott-Architekturen. Gleichzeitig muss SAP klar sagen: Kunden müssen nicht SAP-only gehen – sie erhalten aber über die Plattform die Chance, Daten sauber zu integrieren und von echter KI-Power zu profitieren.
Agentic AI mit Guardrails: 80 Prozent Automation, 100 Prozent Menschenkontrolle SAP betreibt bereits über 400 Use Cases mit selbstständig arbeitenden Agenten – von der Rechnungsbearbeitung bis zur E-Mail-Erstellung. Das Erfolgsgeheimnis: klare ethische Grundsätze und das Prinzip, dass die letzte Entscheidung immer beim Menschen liegt. Das ist nicht romantisches Denken, sondern pragmatische Sicherheit. Marketing-Manager sollten verstehen: KI-Agenten steigern Produktivität messbar – aber nur, wenn Grenzen gesetzt sind.
KI ändert Marketing-Sichtbarkeit: Von SEO zu LLM-Optimierung Chatbots und KI-Assistenten werden wie Suchmaschinen genutzt – mit dem Ergebnis, dass klassische Web-Sichtbarkeit sinkt. Marketing-Teams fahren Piloten, um SAP-Inhalte auch in ChatGPT-Ergebnisse zu bringen. Das ist die neue Hausaufgabe: nicht nur bei Google ranken, sondern bei ChatGPT, Claude und anderen KI-Interfaces sichtbar sein. Marketing-Manager sollten jetzt schon überlegen, wie die eigene Content-Strategie für LLMs optimiert wird.
Datensouveränität ist das echte Differenzierungsmerkmal SAP nutzt bewusst kein eigenes großes Sprachmodell – die Intelligenz liegt nicht im Modell, sondern in der Nutzung eigener Daten. Entscheidend: Kundendaten bleiben geschlossen im SAP-Datenraum, nicht in öffentlichen GPT-Instanzen. Bei der Auswahl von KI-Tools sollte die Frage nicht lauten „Welches Modell ist das beste?", sondern „Bleiben meine Daten in meiner Kontrolle?". Digitale Souveränität ist kein Nice-to-have, es ist strategische Notwendigkeit.
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