Marketer Talk mit Benjamin Bunte
Das sind die Themen:
Fernsehen ist längst digital – und trotzdem anders Connected TV bedeutet nicht, deine Social-Media-Videos einfach im Fernsehen auszuspielen. Die Rezeptionssituation unterscheidet sich fundamental: Menschen sitzen gemütlich auf dem Sofa, nicht nervös am Smartphone. Das verlangt nach anderen Formaten. Wo TikTok mit schnellen Schnitten (2–4 Sekunden) und unruhigen Aufnahmen funktioniert, braucht CTV solide 15–30-Sekunden-Spots mit klassischer Produktion. Der Nutzer erwartet TV-ähnliche Qualität. Das macht CTV zu einem reinen Branding-Kanal – mit Performance-Elementen, aber nie als reiner Response-Driver.
Die richtige Zielgruppe definiert den Erfolg Was CTV so mächtig macht: Du erreichst nicht Millionen, sondern exakt deine Zielgruppe. Das funktioniert über Plattformen wie Amazon Prime, Netflix und Disney+, aber auch lokale Player wie RTL und Joyn. Zusammen mit deinem Partner definierst du vorab: Kampagnenziel, Zielgruppe, Regionen (bundesweit oder getarget), Frequenz und Reichweitenpotenzial. Verhaltensdaten und regionale Aussteuerung ermöglichen präzises Targeting, auch für B2B. Das Ergebnis: Nur die Menschen sehen deine Werbung, die sie tatsächlich sehen sollten.
Addressable TV verschärft die Kontrolle noch weiter Während CTV auf Streaming-Plattformen läuft, ermöglicht Addressable TV noch ein Level darunter: Du buchst nicht mehr alle TV-Sendungen pauschal, sondern wählst einzelne Haushalte oder Regionen. Das ist digitale Präzision im klassischen Fernsehen. Allerdings mit Vorsicht nutzen: Nicht alle klassischen TV-Sender bieten das an, und die technischen Möglichkeiten sind unterschiedlich reif. CTV ist daher für viele Marketer der praktischere Einstiegspunkt mit besserer Messung.
Messbarkeit braucht Geduld und Strategie Erwartet keine direkten Conversions wie bei Suchmaschinen-Marketing. CTV ist Branding-getrieben, Umsatzeffekte entstehen versetzt. Das Wichtigste: Unabhängige Reichweitenmessung parallel zur Plattform etablieren. So siehst du nicht nur, wie viele Amazon-Nutzer deine Anzeige sahen, sondern auch übergreifende Daten. Kombiniere CTV mit Social-Media-Retargeting: Wer deine TV-Anzeige sah, kann später responsive Anzeigen im Social Feed begegnen. Das verdoppelt die Kontaktdosis und schließt die Lücke zwischen Branding und Response.
Cross-Channel-Kombination multipliziert die Wirkung CTV funktioniert nicht isoliert optimal. Die Kombination mit Social Media, Display und Out-of-Home schafft Kontaktkumulation: Deine Zielgruppe sieht deine Botschaft in mehreren Kanälen. In urbanen Gegenden, wo Streaming-Nutzung hoch ist, können große Werbeflächen parallel geschaltet werden. Das Ergebnis ist eine 360°-Abdeckung mit präzisem Tracking innerhalb von Ökosystemen wie Amazon oder Google. Wer mit CTV startet, sollte sofort eine Cross-Channel-Strategie denken – nicht Kanal für Kanal.
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